Der Weg beginnt im Dunklen. Ein Mensch geht los auf eine Hoffnung hin, Und weiss nicht, wo er ankommen wird. Und weiss nicht, ob das Ziel sich lohnt. Auf dem Weg zur Krippe überwältigen uns die Sorgen um die Zukunft, die Wut über Ungerechtigkeiten, eher halten uns Hoffnungslosigkeit und Leistungsdruck auf. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind gross. Gerade darum möchte ich immer neu den Weg zur Krippe zu Ende gehen, möchte mich nicht aufhalten lassen.

Sich aufmachen. Auf die Reise gehen. Etwas erleben. Auf der Suche nach dem Glück, nach innerer Zufriedenheit, nach Frieden. Etwas davon hat auch die drei Forscher zur beschwerlichen Reise bewogen. Aber noch anderes. Sie glaubten an den grossen Zusammenhang von Himmel und Erde, von Sternenbahn und Erdengeschick, von Gott und Mensch. Das Abenteuer, das vor ihnen lag, war nicht Ferienreise. Es war Inbegriff ihrer Lebensreise: irgendwo muss es einen Sinn geben für unser Leben auf der Erde. Irgendwo wird der Stern, den wir am Himmel sehen, uns auch auf der Erde «einleuchten». Dann kommt die Sehnsucht nach Sinn und Ordnung in uns zur Ruhe. Weil wir dann vertrauen können, dass dieses Leben einen guten Grund und ein Ziel hat. Auch in Dunkelheiten, auch angesichts unserer Schwächen, unserer Vergänglichkeit.

Der Beginn der Reise zum Kind in der Krippe beginnt im Dunklen. Zeit des Advents. Wir wissen nicht, was sein wird, was uns einleuchten wird. Nur den Stern vor Augen immer weiter gehen. Ich möchte schweigend und suchend mich zur Krippe hin aufmachen. Ich möchte meine Gaben dort ausbreiten. Kein Gold, kein Weihrauch, keine Myrrhe. Aber vielleicht meinen Lebensmut, meine Hoffnung, meine Freude. Vielleicht bringt jemand seinen Humor mit, seine Lebenserfahrungen, seine Bereitschaft und Fähigkeit, jemand anderem zuzuhören. Jede und jeder bringt anderes mit.

Manches wird zur Belastungsprobe. Weil alle so viel erwarten zur Weihnachtszeit. Jetzt soll so viel gelingen. So viel Miteinander und Füreinander. Dabei braucht manche und mancher auch einmal Zeit nur für sich – und Gott. Die Sternenforscher aus dem Osten werden viel gebetet haben auf der langen Reise. Und geschwiegen. Wer nachts in den Himmel schaut und tagsüber auf den Weg, der vor ihm liegt, der betet ja schon. Im Schweigen der Nacht. Im achtsamen Gehen am Tag. Und im Blick auf alles Unscheinbare am Wegesrand. Vielleicht mit den Worten von Andrea Schwarz. «Gott, du Gott. Ein Kind im Stall. Du brichst in mein Dunkel herein, teilst meine Ohnmacht, stellst dich mir zur Seite. Du weckst meine Sehnsucht, färbst meine Träume, wartest mit mir auf den Anbruch des Morgens. Du lehrst mich suchen, machst Mut zum Aufbruch, lädst ein zum Leben und gehst mit. Weihnachten – ein Weg fängt an.»

Sich auf den Weg machen