Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise.
Und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.
Weite Kreise zieht auch die Bewegung CH rocks. Vielleicht haben Sie schon davon gehört? CH rocks ist eine Facebook Gruppe, die Menschen Freude bereiten möchte, nichts mehr und nichts weniger. Doch wie? Mit ganz gewöhnlichen Steinen, die bemalt und lackiert werden und irgendwo am Wegrand, bei einer Bushaltestelle, am Bahnhof, bei einem Baum, bei der Kirche oder auf einer Mauer liegen. Auf der Rückseite steht «Poste ein Foto im Facebook CH rocks. Behalte den Stein oder verstecke ihn neu!» Ist Ihnen ein solcher Stein in Hinwil auch schon begegnet? Die Idee kommt aus Amerika, die Gründer dieser Bewegung haben in ihren Ferien einen bunten Stein gefunden und waren so begeistert, dass sie dies auch in der Schweiz versuchen wollten. Innerhalb einer Woche trugen sich über 1000 neue Mitglieder ein.
Auch ich bekam von jemanden eine Einladung, dieser Gruppe beizutreten. Als ich davon las, kam mir dieses Lied «Ins Wasser fällt ein Stein» in den Sinn. Auch Jesus ist ein solcher Stein, der still und leise in unsere Welt kam und weite Kreise zieht. Er hat eine Bewegung ausgelöst, die immer noch wirkt. Die einen waren begeistert und andere zweifelten. Jesus sprach: «Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.» (Mt 28,19f) Viele sind ihm nachgefolgt, haben aus seinem Versprechen Kraft geschöpft, gerade dann, wenn der Weg steinig war, wenn sie nicht mehr weiter wussten und Rückschläge einstecken mussten.
Am Anfang war Christ sein nicht selbstverständlich, man war Teil einer Sekte, einer Untergrundbewegung. Durch den römischen Kaiser Konstantin kam es im 4. Jahrhundert zur Wende. So etablierten sich die Christen, Mitglied einer Kirche zu sein wurde normal. Was ist heute aus dieser Bewegung von damals geworden? Unsere Gesellschaft macht gerade eine Gegenbewegung durch. Es ist einfacher anonym Freude mit einem Stein zu verschenken, als den Mut zu haben meinem vis à vis von der guten Nachricht von Jesus zu erzählen. Für beides gilt: Auch wenn es heimlich still und leise geschieht, und noch so klein ist, es wird weite Kreise ziehen. Denn «Wo Gottes Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort, in Tat und Wort, hinaus in unsere Welt.»
Zuerst erschienen im TOP Hiwil Ende September 2019