
Diesen Sommer waren wir in Schweden. Uns ist aufgefallen, wie viele Tiere wir in freier Wildbahn beobachten konnten. Wann haben sie zum letzten Mal ein Reh, ein Hase oder ein Eichhörnchen gesehen?
Rehe sahen wir auf unseren Spaziergängen. Mit Hase und Eichhörnchen wohnten wir zusammen. Leider sahen wir nicht nur lebendige Tiere sondern auch sogenannte Road-Kills am Strassenrand. Ich frage mich, wie könnte dies verhindert werden? Einerseits gibt es bauliche Massnahmen und andererseits liegt es auch an uns, wachsam zu sein, rasch zu reagieren und zu bremsen. Andere wiederum sagen vielleicht, das ist der Lauf der Natur. Ich denke, als Gott zu den Menschen sagte: „Herrscht über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.“ (1.Mose 1,28), meinte er nicht, wir sollten keine Rücksicht auf sie nehmen. Das hebräische Wort radah meint Herrschen im Sinne von Leiten, Lenken. Es geht mehr um ein Begleiten der Tiere. Der Mensch wird von Gott hier als Rudel-Führer beschrieben. Weder den Tieren noch uns Menschen gehört die Erde. Wir Menschen sind von Gott als Verwalter und nicht als Besitzer der Erde eingesetzt. Doch sind wir uns dessen bewusst? Nehmen wir diesen Auftrag von Gott wahr? Jeder einzelne von uns ist dazu aufgefordert, Tiere zu lenken, das heisst, ihnen auch Lebensraum zu geben, Verantwortung für Tiere zu übernehmen. Eine Schnecke von der Strasse ins Grün bringen, Laub zu einem Haufen zu kehren als Winterschlafplatz für einen Igel, verblühte Sonnenblumen stehen zu lassen als Futterquelle für Vögel, … Vielleicht fallen Ihnen noch weitere Beispiele ein, wie wir gute Verwaltersleute sein können. Ich bin gespannt auf Ihre Umsetzungsvorschläge.
Zuerst erschienen im „extra“, der Beilage der reformierten Kirche Dübendorf, zum reformiert am 26. August 2016