Manchmal brauche ich ein Timeout, Zeit für mich, Stille. Kennen Sie das auch? Wo finden Sie dies? In den eigenen vier Wänden, für eine Auszeit weg für einen Kurztripp oder in die Natur, sich in eine Höhle zurückziehen , …

Der Prophet Elia zog sich in eine Höhle zurück. Er war erschöpft, konnte nicht mehr, er ging zuerst in die Wüste und schliesslich verkroch er sich in eine Höhle am Horeb. Setzen wir uns zu ihm in die Höhle.

Bild von Roberto Lee Cortes auf Pixabay

«Zuerst lief ich einfach nur in die Wüste und setzte mich unter einen Ginsterstrauch. Ich konnte, ich wollte nicht mehr. Ich schlief ein. Eine Stimme sagte zu mir: Steh auf und iss. Ich ass, schlief wieder ein, so erschöpft war ich. Und wieder forderte mich eine Stimme auf, mich zu stärken, denn der Weg, der vor dir liegt, ist weit. Ich tat es und nun nach 40 Tagen Wüstenwanderung bin ich da. Hier finde ich Zuflucht. Ich bin geschützt, vor Sonne und Kälte. Hier findet mich niemand, ich muss keine Angst haben vor meinen Feinden, ich bin ganz allein.»

In diese Stille hinein fragt Gott: «Was tust du hier?» Ja, was mache ich hier? Zweifeln – nicht weiterwissen – davonlaufen – um Antworten ringen – mich in die Dunkelheit zurückziehen. Doch wir sind nicht allein, Elia ist nicht allein. Gott ist bei ihm, bei uns und hält ihn, uns aus. Mitten im Dunkeln berührt er uns und Elia lässt sich von Gott berühren. Er steht auf, wie Gott es ihm gesagt hat und wartet ab. Wie wird Gott sich ihm zeigen? Elia hat Gott bis jetzt immer stark, kraftvoll und mächtig erlebt. Doch Gott ist nicht im grossen und gewaltigen Sturmwind, der Berge zerreisst und Felsen zerbricht. Gott ist weder im Erdbeben und noch im Feuer, das vor der Höhle vorbeizieht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs. Als Elija das hörte, verhüllte er sein Angesicht mit seinem Mantel. Dann ging er hinaus und trat an den Eingang der Höhle. Und Gott fragte ihn nochmals: «Was tust du hier?» und Gott gibt ihm und auch uns einen Auftrag.

Der Wind bläst, wo er will. Und er weiß wohl, was er will.

Du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher und wohin.

So auch, wenn du dich dem göttlichen Geist anheimgibst, wird der Verstand erblassen.

Was der Geist in dir wirkt, kann er nicht erfassen.

Du kannst es lassen oder dich darauf einlassen. Ganz wie du willst.

Sei einfach nur still!

© Johanna Arlt

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