Die Bilder dieses Sommers beschäftigen viele von uns: Aus grünen Wiesen sind gelbe Flächen geworden, Bäche führen wenig Wasser, die Hitze setzt Mensch, Tier und Natur zu. Die Trockenheit ist sichtbar. Sie verändert unsere Landschaft – und vielleicht lässt sie uns auch fragen, wie es um unsere eigene innere Kraft bestellt ist.

Der Prophet Jeremia zeichnet ein eindrückliches Bild: «Gesegnet ist der Mensch, der auf Gott vertraut … Er ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach ausstreckt. Kommt die Hitze, fürchtet er sich nicht; seine Blätter bleiben grün. Auch in einem Jahr der Dürre sorgt er sich nicht und hört nicht auf, Frucht zu bringen.»

Jeremia verspricht nicht ein Leben ohne Hitze oder Dürre. Die schwierigen Zeiten bleiben nicht aus. Der Unterschied liegt woanders: Der Baum hat tiefe Wurzeln. Er lebt nicht allein von dem, was an der Oberfläche sichtbar ist, sondern von einer Quelle, die auch dann trägt, wenn es lange nicht geregnet hat.

Vielleicht kennen wir solche Zeiten auch persönlich. Sorgen, Krankheit, Abschiede oder Unsicherheiten können uns die Kraft rauben. Nicht immer fühlen wir uns stark oder voller Zuversicht. Umso wichtiger ist die Frage: Wo sind unsere Wurzeln? Was gibt uns Halt, wenn das Leben trocken wird?

Der Glaube lädt uns ein, unsere Wurzeln immer wieder neu nach Gott auszustrecken – im Gebet, im Hören auf sein Wort, in der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Daraus wächst nicht eine Unverwundbarkeit, sondern eine Hoffnung, die tiefer reicht als die Umstände unseres Lebens.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Sommer – trotz aller Hitze und Trockenheit – solche Quellen entdecken. Quellen, die erfrischen, stärken und Vertrauen wachsen lassen. Denn wer aus dieser Quelle lebt, kann auch in herausfordernden Zeiten Hoffnung weitergeben – wie ein Baum, der selbst im Jahr der Dürre nicht aufhört, Frucht zu bringen.

Wie ein Baum am Wasser gepflanzt